Wohnimmobilienmarkt am Rande der Überhitzung?

K
12. März 2019

In Deutschland steigen Mieten und Kaufpreise für Wohnraum mittlerweile seit Jahren. Das Problem trifft Miet- und Kaufwillige genauso wie Immobilienmakler. Die Politik macht mit dem Versprechen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, Wahlkampf, viel getan hat sich trotz Baukindergeld und anderen Kampagnen indes nicht viel. Nicht nur Deutschlands Metropolen wie Berlin, München, Hamburg oder Frankfurt a. M. sind von explosionsartigen Preisanstiegen betroffen, sondern mittlerweile auch Essen.

Der häufigste Grund für die Notwendigkeit, tiefer in den Geldbeutel zu greifen: Eine große Nachfrage nach Wohnraum in attraktiven Regionen und Ballungsräumen führt zu steigenden Miet- und Kaufpreisen. Das ist auch der Fall in Essen-Kettwig, wie Monica Kirchner aus ihrer täglichen Arbeit weiß. Hinzu kommt die Nullzinspolitik, die den Markt weiter verschärft hat. Wer Eigentum besitzt, verkauft es nicht, es sei denn Alter, Umzug oder Scheidung zwingen ihn dazu. Damit wird Wohneigentum auf dem Markt zu einem seltenen Gast. Insbesondere im gemäßigten Preissegment bis zu 500.000 EUR.

Aber auch Mieter müssen mit den Konsequenzen leben: Wer Glück hat, zahlt für den Quadratmeter 7,50 EUR, aber auch hier ist viel Spiel nach oben, teilweise bis zu 13,00 EUR. So kommt eins zum anderen.

Wer glaubt, dass nur gefragte Ballungszentren von der Preisspirale durch Nachfrage und Angebot betroffen sind, irrt. Tatsächlich sind auch strukturschwache Regionen immer mehr betroffen, insbesondere wenn dort die Kauf- und Mietpreise viel stärker ansteigen als die Einkommen.

„Als Immobilienmakler hält sich der vermeintliche Vorteil von hohen Preisen in Grenzen“, sagt Monica Kirchner. „Einerseits profitieren wir bis zu einem gewissen Grad von den erhöhten Preisen. Andererseits bereitet der schrumpfende Markt einer Vielzahl von Maklerbüros große Schwierigkeiten überhaupt Immobilien anbieten zu können“. Ein aufgeheizter Markt tut niemandem gut.

Die Preise sind hoch, aber die Ansprüche steigen gleichermaßen. Aufzüge, beste Wärmedämmung, Spielplätze in jedem MFH, moderne Bäder und überall Barrierefreiheit sind nur ein paar kostspielige Features, die heutige Mieter und Käufer suchen. Nicht nur die Niedrigzinsen treiben die Preise hoch. Der Baupreisindex steigt seit Jahren vierteljährlich, das Bauen ist tatsächlich super teuer geworden. Jeder Anruf beim Handwerker ist ebenfalls eine teure Geschichte, alles zusammen schlägt sich auf die Verbraucherpreise, egal ob für Eigentümer oder für Mieter.

Aktuell ist jedenfalls kein Preisverfall in Sicht.

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